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Sport in Mitte - zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Sport

Am Dienstag, dem 8.9.2015 hatte die 10. Abteilung Schillerpark unter dem Titel: "Sport aktiv in Mitte - Zwischen Wunsch und Wirklichkeit" gemeinsam mit der 23. Abteilung Rehberge zu einer sportpolitischen Diskussion in das Vereinshaus des BSC Rehberge geladen.

Im vollen Saal des Vereinsheims des BSC Rehberge diskutierten auf dem Podium Dennis Buchner, sportpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin, Frank Schoenberner, Präsident des Sportbunds von Berlin-Mitte und Sabine Smentek, Bezirksstadträtin für Jugend und Sport. Ich selbst hatte das Vergnügen den Abend zu moderieren.

Nachdem ich die Begrüßung vorgenommen und in das Thema eingeführt hatte, begann die Diskussionsrunde mit den Eingangsbemerkungen der Diskutanten. Frank Schoenberner begann mit einer Wunschliste. Nach seiner Auffassung wichtigster Punkt ist die Bereitstellung von genügend gedeckten und ungedeckten Sportflächen und deren Instandhaltung sowie Sauberkeit. Weiterhin bestünde für die Sportvereine ein großes Problem darin, genügend Übungsleiter zu finden, da diese Tätigkeit mit einer hohen Belastung einherginge und der finanzielle Ausgleich in Form von Steuerfreiheit nicht lohnenswert sei, da das Angebot an Übungsleitern sehr knapp sei und auf dem freien Markt hohe Preise gefordert werden könnten. Gleiches gelte für Sportplatzwarte. Weiterhin wünschte er sich ein leistungsfähiges Sportamt und offene Vereine. Nach seiner Einschätzung werde die Unterversorgung im Bezirk Mitte besonders im Vergleich mit anderen Bezirken deutlich und würden in Mitte vor allem große Sporthallen fehlen. Ein drängendes Problem ist aus seiner Sicht auch die Einbeziehung von sportfernen Kindern in die Vereine mit dem Ziel, Kinder vor den gefährlichen Folgen von Übergewicht zu schützen. Um diese zu erreichen, sei eine konzertierte Aktion der Vereine und Übungsleiter notwendig.

Bezirksstadträtin Sabine Smentek stellte sich hinter die Kernforderungen Schoenberners, betonte aber, dass der Bezirk besonders beim Bau von Sportstätten bereits große Anstrengungen unternehmen würde. So sei die Errichtung einer großen Sporthalle in der Demminer Straße bereits auf den Weg gebracht. Zur Instandsetzung der Anlagen bemerkte sie, dass Sanierungen häufig deutlich teurer wären als Neubauten. Als positiv bewertete sie, dass im bezirklichen Haushalt zur Sportförderung Spielräume bestünden und viele kreative Potenziale bei den Vereinen lägen, die sie an dieser Stelle ausdrücklich lobte.

Dennis Buchner, Sabine Smentek, Frank Schoenberner, Bruni Wildenhein-Lauterbach (v.l.n.r.)

Foto v.l.n.r.: Dennis Buchner, Sabine Smentek, Frank Schoenberner, Bruni Wildenhein-Lauterbach

Der sportpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Dennis Buchner, betonte, dass er die Gebührenfreiheit für Vereine im Land Berlin für das zentrale Element der Sportförderung halte, die in vielen anderen Bundesländern bereits abgeschafft sei. Er gab zu bedenken, dass die Hauptkosten der Sportförderung durch den Betrieb und die Instandsetzung der Berliner Bäder verursacht würde, was in Diskussionen teilweise übersehen würde. Positiv zu bewerten sei, dass die Bundesregierung in den kommenden Jahren viel in die Sportförderung investieren würde und auch über Mittel der sozialen Stadt Geld und andere Leistungen für die Vereine bereitgestellt würden. In Bezug auf den Neubau von Sportstätten bemerkte er, dass es teilweise schwierig sei, geeignete Flächen zu finden, da in den vergangenen Jahrzehnten durch großzügige räumliche Vergaben an Supermärkte und Ähnliches sehr viele Flächen ineffizient gebunden wurden. Er stimmte mit seinen Vorrednern überein, Übungsleiterpauschalen zu erhöhen und die hauptamtlichen Trainer besser zu bezahlen.

Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke verwies auf den starken Zusammenhang von soziökonomischen Faktoren und Gesundheit und stellte heraus, dass Bewegungsmangel und falsche Ernährung fast immer parallel liefen. Als absolut zentrales Problem beschrieb er, dass kaum Geld für präventive Maßnahmen zur Verfügung stünde, da deren Wirksamkeit häufig nicht wissenschaftlich belegt werden könne, wohingegen teure Therapien von den Krankenkassen übernommen würden. Als wichtigen Ansatzpunkt für eine bessere Prävention nannte er die konsequente Umsetzung und Erweiterung des Präventionsgesetzes.

Alle Beteiligten waren sich einig, dass die Schlüsselverträge - Verträge, die der Bezirk mit den Vereinen schließt und die es diesen ermöglicht, bezirkliche Sportstätten eigenverantwortlich zu betreiben - ein sinnvolles Element der bezirklichen Sportpolitik seien, an denen auch in Zukunft festgehalten werden solle. Zudem müsse erreicht werden, dass das Ehrenamt Übungsleiter und die Vereinsarbeit attraktiver werde. Weiterhin herrschte Einigkeit darüber, dass die integrierende Funktion der Vereine für die Bezirke kaum hoch genug eingeschätzt werden kann. Eine Wortmeldung aus dem Publikum brachte dies gut auf den Punkt: "Die Vereine tragen zur Verwurzelung von Menschen in ihren Kiezen bei."

Im weiteren Verlauf der Diskussion wurde auch die aktuelle Flüchtlingsproblematik diskutiert. Hier kam ein Vorschlag aus dem Publikum, Sprachmittler in den Vereinen einzusetzen, der von den anwesenden Politikern unterstützt wurde. Ein weiterer Vorschlag aus den Reihen der Sportvereine, eine bereits bestehende, aber veraltete Vernetzungsdatenbank auf einen neuen Stand zu bringen, wurde ebenfalls positiv aufgenommen.

An dieser Stelle meinen Dank an die zahlreichen interessierten Bürgerinnen und Bürger, die Vertreter der Vereine und den Podiumsteilnehmern für diese spannende Diskussion. Besonderer Dank geht an den Verein BSC Rehberge, der den Abteilungen für die Veranstaltung sein Vereinsheim zur Verfügung gestellt hat.