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SPD Schillerpark übernimmt Patenschaft für Stolpersteine

Allgemein

Am 23. Oktober 2012 werden nun erstmals auch im Bereich rund um den Schillerpark Stolpersteine verlegt: Für Kiwe Wild vor dem Haus Barfusstr. 11 (früher die Haus-Nr. 16) und Willy Sachse vor dem Haus Corker Str. 29 (früher die Haus-Nr. 6). Die Patenschaften für diese Steine hat die SPD Schillerpark übernommen.

Im Bereich zwischen Leopoldplatz, Luise-Schröder-Platz und Afrikanischer Straße liegen einige Stolpersteine, die von der SPD Schillerpark betreut und auch schon mehrmals in Putzaktionen gesäubert wurden. Alle diese Steine liegen südlich der Seestraße, im Bereich nördlich der Seestraße, also rund um den Schillerpark, wurde bisher nicht ein einziger Stein verlegt, weder für jüdische Mitbürger und Mitbürgerinnen noch für Personen aus dem Umfeld des Widerstandes.
So entstand im Jahr 2010 der Gedanke, die Initiative zu ergreifen und dafür zu sorgen, dass auch in diesem Bereich Stolpersteine verlegt werden. Mit Hilfe des damaligen Koordinators Wilfried Burkard und mit dem Autor einiger Bände der Schriftenreihe „Widerstand in Berlin von 1933 bis 1945“, Hans-Rainer Sandvoß hat sich der Abteilungsvorstand der SPD Schillerpark im März letzten Jahres dann dafür entschieden, die Patenschaft für zwei Stolpersteine zu übernehmen.
Am 23. Oktober werden nun die Stolpersteine verlegt für Kiwe Wild um 16.30 Uhr vor dem Haus Barfusstr. 11 (früher die Haus-Nr. 16) und Willy Sachse um 16.10 Uhr vor dem Haus Corker Str. 29 (früher die Haus-Nr. 6).

Kiwe Wild wurde am 04. Oktober 1876 in Izbica geboren, ein Dorf im Powiat Krasnostawski in der Woiwodschaft Lublin, Polen.

Willy Sachse, am 7.1.1896 in Leipzig geboren, erlernt den Beruf eines Feinmechanikers und schließt sich der sozialistischen Jugendbewegung an. Während des Ersten Weltkrieges ist er als Oberheizer einer der Organisatoren der politischen Unruhen in der Marine von 1917 und wird mit Max Reichpietsch, Albin Köbis und zwei weiteren Matrosen zum Tode verurteilt. Reichpietsch und Köbis werden am 5. September 1917 erschossen, die anderen zu 15 Jahren Zuchthaus begnadigt und Ende 1918 aus der Haft entlassen. Ende der zwanziger Jahre löst sich Sachse vom Kurs der KPD und nähert sich dem Kreis um Josef Römer. Er arbeitet als Schriftsteller (Pseudonym “Anti-Nautikus”), später als technischer Zeichner. Sachse wird einer der engsten Mitarbeiter von Römer und verfasst illegale Schriften für die Gruppen um Uhrig und Römer. Am 4. Februar 1942 wird Willy Sachse festgenommen, am 6. Juni 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 21. August 1944 in Brandenburg-Görden ermordet. (Quelle: Biographien – Gedenkstätte Deutscher Widerstand).