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Kleine Kinder - keine Lehrer?

Schule

Diskussion zur Situation an den Weddinger Grundschulen

Ich hatte das Vergnügen, am Donnerstag, dem 10. März zusammen mit Maja Lasic, Kandidatin für das Abgeordnetenhaus im Wahlkreis 7, und Staatssekretär Mark Rackles, eine Diskussion zusammen mit Lehrern und Elternvertretern aus einigen Weddinger Grundschulen zu veranstalten, die in der Gottfried-Röhl-Grundschule in meinem Wahlkreis stattfand.

Schnell wurde deutlich, dass die Lehrer an Brennpunktschulen zwar überaus engagiert sind, aber die Gesamtsituation aufgrund personeller, materieller und baulicher Defizite sehr schwierig ist. Als besonders gravierend fällt das Fehlen von Sonderpädagogen und die sehr zeitaufwendige Qualifizierung von Quereinsteigern ist Gewicht. Und dies vor dem Hintergrund stark steigender Grundschülerzahlen. Aus pädagogischer Sicht erforderlich sei eine weitere Stundenreduzierung für Lehrer. Insbesondere die an Grundschulen eingesetzten Studienräte benötigen benötigen Freiräume für eine dezidierte Einarbeitung.

Mit dem Lehrerbildungsgesetz wird, so Staatssekretär Mark Rackles, eine gleichwertige Bezahlung von Studienräten und Grundschullehrern angestrebt, um die Attraktivität des Lehramts an Grundschulen zu erhöhen. Gleichzeitig müssten die Ausbildungsgänge reformiert werden, um die gegenwärtig hohe Zahl von Abbrechern in den Lehramtsstudiengängen zu reduzieren. Auch sollte über die Vorgabe von zwei Fächern für Lehrer nachgedacht werden, da dies den Zugang für Quereinsteiger mit in der Regel nur einem Fachabschluss sehr erschwert.

Breiten Raum in dem Gespräch nahm die bauliche Situation an den Schulen ein. Zum einen besteht erheblicher Sanierungsbedarf. Zum anderen liegt, so die Elternvertreter, die Raumauslastung in Mitte bei 113%. Dies betrifft nicht nur die Klassenräume selbst, sondern z.B. auch die Situation in den Mensen. Zum Teil müsse in Schichten gegessen werden, was den Ruhe- und Erholungswert der Pausen erheblich mindert. Mit dem „Sonderprogramm Bau“ reagiert das Land auf die steigenden Schülerzahlen und versucht, z.B. durch modulare Bauweise schnell Entspannung in die Raumsituation zu bringen. Die durchschnittliche Klassengröße in Berlin beträgt zur Zeit 22 Schüler. Damit steht Berlin im Ländervergleich noch einigermaßen gut da und ist von der rechtlich zulässigen Maximalgröße von 28 Schülern noch ein gutes Stück entfernt - durchschnittlich betrachtet.

Der Abend war für mich und, so mein Eindruck, für alle Anwesenden sehr interessant und brachte manche neue Information und Erkenntnis mit sich. Es wird sicher nicht der letzte zu diesem wichtigen Thema gewesen sein.